Berlin-Dahlem

Das Ordenshaus

Die 1770 gegründete Große Landesloge nannte in ihrer Geschichte bislang drei Ordenshäuser in Berlin ihr Eigen. Gearbeitet wurde zunächst in Privathäusern; die wachsende Mitgliederzahl erforderte jedoch bald eigene Versammlungsräume „fernab des Straßenlärms und profanen Treibens".

Das erste Ordenshaus – Oranienburger Straße

1786 erwarb der Buchhändler und Aufklärer Friedrich Nicolai das Grundstück in der Oranienburger Straße 71/72 für 4.800 Taler für die Große Landesloge. Am 24. Juni 1791 wurde das Haus mit 118 Brüdern geweiht. 1898 erfolgte der Verkauf an die Post für 1.150.000 Mark, da eine weitere Erweiterung nicht mehr möglich war. Die klassizistische Fassade blieb als Denkmal erhalten.

Das zweite Ordenshaus – Eisenacher Straße

Am 18. November 1900 wurde das zweite Ordenshaus mit 1.100 Brüdern eingeweiht – es war das größte Ordenshaus der GLL mit über 15.000 m² Nutzfläche, 8 Tempelräumen und 2 großen Festsälen.

1934/35: Zwangsenteignung durch die Nationalsozialisten. Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden durch Bomben und Brandstiftung. Im Dezember 1945 nahmen die Brüder im Keller provisorisch die Arbeit wieder auf. Am 28. Februar 1965 wurde das Grundstück „mit großer Wehmut" verkauft.

Das heutige Ordenshaus – Haus Heydenreich

Das heutige Ordenshaus in der Peter-Lenné-Straße 1–3 in Berlin-Dahlem wurde 1914–1916 als repräsentativer Wohnsitz für den Kaufmann Adolf Heydenreich erbaut. Die Villa wurde Mitte der 1960er Jahre von den Erben erworben, deren Familie einst durch die Nationalsozialisten enteignet worden war – eine besondere Pointe der Wiedergutmachung.

Architektur

Das Gebäude im Stil der französischen und norddeutschen Adelsarchitektur des 18. Jahrhunderts ist eine zweigeschossige Dreiflügelanlage mit hohem Mansarddach. Es besticht durch den Materialkontrast von hellem Werkstein zu rotem Backstein und steht unter Denkmalschutz.

Im Inneren finden sich holzgetäfelte Räume mit Kaminen, Stuckdekorationen und Kronleuchtern. 2017 bis 2022 wurden Alt- und Neubau unter bewusstem Verzicht auf reiche Ausschmückung mit neuen Tempelräumen als „inhaltlich konzentrierte und zeitgemäße Projektionsfläche" gestaltet.

Heutige Nutzung

Das Ordenshaus ist zentrale Begegnungsstätte für mehr als 20 Logen und beherbergt den Sitz der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD). Es dient auch als Veranstaltungs- und Eventlocation sowie als beliebter Drehort für Film- und TV-Produktionen, darunter „Cloud Atlas" und diverse „Tatort"-Folgen.