Die Johannisloge

Die Loge

Was ist eine Loge?

Die Loge ist der Ort, an dem die Maurer zusammenkommen und arbeiten – und zugleich die so versammelte, ordnungsgemäß eingerichtete Gemeinschaft selbst. Sie ist die örtliche, unabhängige Basisvereinigung der Freimaurer und dient als ethische und philosophische Lebensschule.

Die Mitglieder arbeiten an ihrer Persönlichkeitsentwicklung und setzen sich für Toleranz, Brüderlichkeit und Humanität ein. Der Begriff „Loge" stammt vom englischen lodge – ursprünglich der Raum, in dem die Steinmetze arbeiteten, später die Bauhütte insgesamt.

Die Johannisloge Zum Pilgrim

Der Pilgrim wurde am 1. November 1776 in Berlin gestiftet und gehört zu den vier ältesten heute noch arbeitenden Berliner Freimaurerlogen der traditionsreichen Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland: dem Freimaurerorden. Gründer war der Generalfeldstabsmedikus Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf unter dem Protektorat Friedrichs des Großen.

In seiner nunmehr 250-jährigen Geschichte beherbergte der Pilgrim königliche Leibärzte, Pioniere der medizinischen Forschung, Grafen und Studenten, Literaten und Maler, Künstler und Musiker, Pfarrer und Lehrer – aber immer und über alledem: Menschen. Menschen, die unabhängig von Beruf, Stand und Herkunft als Brüder durch den gemeinsamen Pilgerweg die Zukunft ihres Lebens und die der Loge gestalteten.

„Der Mensch erkennt sich nur im Menschen" – und so ist eine Freimaurerloge ein gestaltlos geistiger Raum, der durch seine Brüder in ihrem Denken, Wollen und Tun Gestalt, Erkennen und Erkenntnis erhält.

Wie eine Loge arbeitet

Die Brüder treffen sich regelmäßig in eigenen Räumlichkeiten zu Vorträgen, Gesprächen und geselligem Austausch. Die eigentliche Kernarbeit findet in ritueller Form statt – die Tempelarbeit. Über überlieferte Symbole und sinnbildliche Handlungen werden ethische Prinzipien verinnerlicht.

Diskussion und geselliges Beisammensein schließen sich häufig in einer gesonderten Zusammenkunft, der Tafelloge, an. Der Tempel ist nicht primär ein Gebäude, sondern ein geistiges Bild: Jedes Logenmitglied gilt als Baustein für die Errichtung des sinnbildlichen „Tempels der Humanität".

Die Loge als Bruderschaft

Die Mitglieder sind – unabhängig von Beruf, sozialer Herkunft, gesellschaftlicher Stellung oder Grad – untereinander Brüder und sprechen sich entsprechend an. Die Loge ist Zentrum geistiger Arbeit, Stätte der Begegnung und Ort ernster Besinnung.

Freimaurerische Toleranz bedeutet nicht gleichgültiges Geltenlassen, sondern die Bereitschaft, die Überzeugung des Partners in ehrlicher Auseinandersetzung zu respektieren.

Schutzpatron: Johannes der Täufer

In der Großen Landesloge ist die Johannisloge die erste Ordensabteilung und die freimaurerische Heimat jedes Bruders. Sie vermittelt die Grundlagen der Freimaurerei in den ersten drei Graden: Lehrling, Geselle und Meister.

Darauf bauen als geschlossenes Gesamtgefüge die Andreaslogen (4.–6. Grad) und die Ordenskapitel (7.–10. Grad) auf. Die Johannisloge, in die ein Suchender aufgenommen wurde, bildet und bleibt immer die eigentliche maurerische Heimat eines jeden Bruders.