Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLLFvD) – auch Freimaurerorden genannt – wurde am 27. Dezember 1770 in Berlin von Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf gegründet. Sie ist ein christlicher, toleranter, nichtkirchlicher Freimaurerorden mit einem durchgängigen mehrstufigen Ritualsystem.
Mit rund 3.500 Brüdern in über 100 Logen ist sie die zweitgrößte Großloge innerhalb der Vereinigten Großlogen von Deutschland (VGLvD). Ihr Sitz ist und bleibt Berlin.
1737 konstituierte sich in Hamburg die erste Freimaurerloge auf deutschem Boden. Im August 1738 wurde der preußische Kronprinz – der spätere Friedrich II. (der Große) – in Braunschweig aufgenommen. Preußen wurde zur prägenden Region der deutschen Freimaurerei.
Am 27. Dezember 1770 gründete von Zinnendorf die Große Landesloge und entwickelte ihre an das Schwedische System angelehnte, vom christlichen Menschenbild geprägte Lehrart. Bereits 1771 übernahm König Friedrich II. das Protektorat, 1773 folgte der Freundschaftsvertrag mit der Großloge von England.
Nach 1945 war der Neuaufbau nur in den drei westlichen Besatzungszonen und in Berlin (West) möglich. 1958 wurde die Vereinigung der fünf deutschen Großlogen zu den Vereinigten Großlogen von Deutschland vollzogen – eine freimaurerische Großtat.
Die GLL ist anders aufgebaut als die übrigen deutschen Großlogen: Ihre Erkenntnisstufen bilden ein festes Gesamtgefüge – ein in sich geschlossenes Lehrgebäude, in dem jeder Grad inhaltlich auf dem vorhergehenden aufbaut.
| Ordensabteilung | Grade | Inhalt |
|---|---|---|
| Johannislogen | 1.–3. Grad | Grundlagen der Freimaurerei; freimaurerische Heimat jedes Bruders |
| Andreaslogen | 4.–6. Grad | Vertiefung der Kenntnisse; Erweiterung des Blicks |
| Ordenskapitel | 7.–10. Grad | Höchste Erkenntnis, die die Lehrart bietet |
Die GLL gehört zur christlichen Ausrichtung der Freimaurerei. Sie ist keine Religionsgemeinschaft und will es nicht sein – sie ersetzt weder Religion noch Kirche und lehrt keine religiöse Doktrin.
Voraussetzung der Mitgliedschaft ist das Bekenntnis zur Lehre Jesu Christi, wie sie in der Heiligen Schrift enthalten ist, sowie das Bekenntnis zu einem höchsten Wesen. Die Konfession des einzelnen Bruders ist unerheblich; eine Kirchenmitgliedschaft wird nicht verlangt.
Generalfeldstabsmedikus der preußischen Armee im Siebenjährigen Krieg, Gründer der Großen Landesloge und Schöpfer ihrer Lehrart. Sein Wahlspruch menschlicher Solidarität – „Einer muss den Anfang machen!" – ist noch heute Leitmotiv des sozialen Engagements des Ordens.
Kaiser Wilhelm I., Kronprinz Friedrich Wilhelm (der spätere Kaiser Friedrich III., als Ordensmeister), Gotthold Ephraim Lessing (1771 Mitglied der GLL), Adolph Freiherr Knigge und Wolfgang Amadeus Mozart – aufgenommen 1784 in der im Zinnendorfschen Ritual arbeitenden Wiener Loge „Zur Wohltätigkeit".